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Wie viele Menschen passen auf 19,4 Kilometer? – Tongariro Alpine Crossing

Der Tongariro-Komplex besteht aus einer Ansammlung von mehreren Vulkanen, die bis heute noch aktiv sind.  Der letzte Ausbruch des Te Mari fand am 21.11.2012 statt. Die Vulkane sind Bestandteile des Tongariro-Nationalparks, der der älteste Nationalpark der Erde ist. Seit 1990 ist er Weltnaturerbe der UNESCO. Bekannt ist er vor allem durch die „Herr der Ringe-Triologie“, den einige Szenen wurden hier gedreht.

Neben zahlreichen kleineren und größeren Wanderwegen ist der Nationalpark aber vor allem durch das Tongariro Alpine Crossing populär geworden, ein rund 19.4 Kilometer langer Wanderweg. Ausgangspunkt ist für die meisten das Mangatepopo Valley, das Ziel ist der Ketetahi Parkplatz, aber es ist ebenfalls möglich entgegengesetzt zu laufen.

Der Weg ist es absolut wert beschritten zu werden. Und ich habe mir auch vorab gedacht, dass wir nicht die einzigen Menschen sein werden, die diese fabelhafte Idee haben. Am Ausgangspunkt angekommen hat man aber schon einen ersten Eindruck bekommen, wie viele es dann doch wirklich sind. Die wunderschöne Natur auf Fotos festzuhalten ohne dabei ein anderes menschliches Wesen vor der Linse zu haben ist nahezu unmöglich. Einziger Tipp ist möglichst früh oder spät zu starten, dann hat man sicherlich die besten Chancen den Weg in seiner ganzen Pracht zu genießen.

Wer ein wenig sportlich ist oder bereits den ein oder anderen Wanderweg beschritten hat, wird keine Probleme haben die Strecke zu bewältigen. Es gibt die einige Passagen oder Aufstiege, die ein wenig knifflig sind, aber zwischendurch hat man immer wieder sehr angenehme Abschnitte.

Tipps Bekleidung

Wer früh startet, sollte auf jeden Fall eine Jacke und ggf. auch Mütze parat haben – auch im Sommer. Das Wetter kann auch trotz angesagtem Sonnenschein umschwingen, man sollte daher einfach für alle Fälle die passende Kleidung anhaben oder dabeihaben. Ansonsten empfiehlt sich wie auch überall woanders in Neuseeland Sonnencreme zu benutzen. Provianttechnisch haben mir 2 Liter Wasser gereicht, empfohlen werden eher 3 Liter. Wer morgens normal frühstückt, der muss beim Essen auch nicht übertreiben, man will ja auch schließlich laufen und nicht rollen.

Abschnitte

1) Mangetepopo Parkplatz – South Crater

Der Weg startet flach – perfekt um sich ein wenig warm zu laufen. Umso früher man losläuft, umso kälter ist. Die ganz frühen Vögel starten im Dunkeln, laufen dafür aber dem Sonnenaufgang entgegen. Definitiv ein Grund, um sich von seiner kuscheligen Bettdecke auch mal ein wenig zeitiger zu trennen. Nach circa einer Stunde gibt es einen Seitenweg zu den Soda Springs. Danach wird der Weg langsam steiler und mit jedem Meter ändert sich auch die Landschaft. Erste Hürde sind die „Treppen der Hölle“, die einen auf 1.600 Meter Höhe und zum South Crater führen.

2) South Crater – Red Crater

Der South Crater selbst ist nicht sehr hoch, Zeit also nach den Treppen auch mal durchzuatmen. Von hier aus kann man den Mt. Ngauruhoe und den Mt. Tongariro sehen. Ersterer ist seit Herr der Ringe auch unter dem Namen Mt. Doom zu einer kleinen Berühmtheit geworden. Der Aufstieg zu dem höchsten Punkt der Wanderung, dem Red Crater hat es noch einmal in sich, belohnt wird man dafür dann mit dem Ausblick auf die grün-bläulich schimmernden Emerald Lakes.

3) Red Crater – Blue Lake

Zunächst geht es bergab. Ich fand diesen Abschnitt mit Abstand den verrücktesten. Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten um zu den Emerald Lakes zu gelangen. Insgesamt ist es einfach ein göttlicher Anblick – es ist wie ein großer Ententanz, um den Weg aus Asche, Sand und Geröll zu meistern. Ob man am Ende rutscht, runter läuft, sich langsam Schritt für Schritt vorantastet ist jedem selber überlassen, allem in allen ist es eine große Rutschpartie. Unten angelangt lohnt es sich an am Ufer zu rasten. Aber Achtung, hier gibt es auch Plätze mit Schwefelgeruch – die rauchenden Steine sind sicher zum Anschauen spektakulärer als neben ihnen den Mittagslunch zu essen. Der Weg zum Blue Lake schlängelt sich dann durch den Central Crater, nach einem weiteren kleinen Anstieg ist der Blue Lake, der seinem Namen alle Ehre macht, dann nicht mehr zu übersehen.

4) Blue Lake – Ketetahi Parkplatz

Von hier aus beginnt langsam der Abstieg. Anstelle von Geröll und Asche wechselt die Landschaft ihre Farbe langsam zu grün, denn hier gibt es auch wieder Vegetation. Bei gutem Wetter hat man einen fantastischen Ausblick auf den Lake Taupo, dem größten See Neuseelands. Letztes Highlight ist der Blick auf Ketetahi Hot Springs, bevor es immer grüner wird und man schlussendlich durch einen Wald hindurch zum Ziel gelangt. Kurz vorher gibt es noch einen letzten Seitenarm zu einem kleinen Wasserfall.

Läuft man alle Seitenarme mit, landet man am Ende bei rund 21 Kilometern. Leider war es uns nicht mehr möglich die Gipfel, wie beispielsweise dem Mt. Ngauruhoe zu besteigen, die sind seit 2018 gesperrt.

Fotogalerie Tongariro Crossing

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