There are so many reasons to be happy!

Von Riesenkakteen, Regenbogenbergen und der Heimat der Inkas

Der Norden Argentiniens, mein persönliches Highlight. Sternenklare und eisige Nächte werden von Sonnenschein am Tag abgelöst. Ich habe keine Ahnung was die Menschen dort im Sommer machen, aber mir haben auch schon die Temperaturen im Herbst gereicht um tagsüber wegzuschmelzen. Von Tucuman nach Salta habe ich es geschafft – leider muss die Region rund um Jujuy und der bolivischen Grenze bis zur nächsten Reise nach Argentinien warten. Nicht, dass die Natur im Süden, gerade in der Andenregion, Patagonien oder auch dem Feuerland nicht wunderschön ist…aber der Norden ist einfach ursprünglicher, die Landschaften rauer und die Menschen sind noch Menschen, die die Natur und Traditionen wahren ohne dabei teilweise selbst viel zu besitzen. Und bestimmt lag es auch daran, dass beispielsweise Patagonien der neuseeländischen Westküste sehr ähnlich ist und ich vielleicht einfach mal etwas anderes sehen wollte.

San Miguel de Tucuman

Ohne das wir es vorher wussten, sind wir in Tucuman in einer der gefährlichsten Städte Argentiniens gelandet. Neben dem das es einer der Drogenumschlagsplätze ist, ist diese Stadt auch eine der hässlichsten Argentiniens. Mit meinem fantastischen Orientierungssinn bin natürlich wieder einmal vom Busbahnhof mit Sack und Pack in das nebenliegende „Ghetto“ gerannt – wie schön wäre doch eine Fähigkeit sich in dem ein oder anderen Moment unsichtbar zu machen oder ein Delfin zu sein (die haben ja bekanntlich keine Schwierigkeiten sich zu orientieren). InTucuman habe ich mich mit Saray und Joge getroffen, die ich in Mendoza kennen gelernt habe. Erst nachdem wir die Bustickets gekauft haben, stellten wir fest, dass durch mehrere Großveranstaltungen eine schnelle Weiterreise sowie das Finden einer bezahlbaren und halbwegs vernünftigen Unterkunft eine unsere größten Herausforderungen sein wird.

Tafi del Valle (2014 Meter)

Die Wanderung von Tafi nach El Mollar werden wir wohl alle nicht vergessen. Die rund 13 Kilometer haben uns alles abgefordert. Von anfangs angenehmen Temperaturen wurde es immer heißer – als wir ankamen waren wir völlig am Ende – jeder Tropfen Wasser war mehr als der 6er im Lotto wert. Der Weg führte entlang des Wassers, zwischen Kuhherden und Bergen liefen wir in eine Sackgasse und unser treuer Begleiter „Karamelo Santo“ folgte und von Tafi bis nach El Mollar. Es ist ein kleines, ruhiges Dörfchen mit einem großen Highlight – dem Parque de los Menhires. Die von Menschenhand bearbeiteten Monolithen sind rund 2000 Jahre alt und wichtige Relikte der der Tafí-Kultur. Sie standen einst weiter verbreitet in der Natur, zum Schutz wurden sie jedoch an einen Ort zusammengeführt.

Amaicha del Valle

Ein besonderes Merkmal dieser Stadt ist, dass sie neben einem Bürgermeister auch von einem Indianer-Rat regiert wird. Bis heute sind der Großteil der Einwohner Indiander. Das gesamte Land der Gemeinde ist im Besitz der Comunidad Indigena und wird nur verpachtet und nicht verkauft. So wird sichergestellt, dass das Land auch im Besitz der Ureinwohner bleibt und nicht an Privatbesitzer übergeht. Amaicha selber ist sehr überschaubar und hat neben dem typischen Hauptdorfplatz, eine Kirche, eine super leckere Eisdiele und ein paar kleine Läden.

Von dort aus haben wir die Ruinen von Quilmes (bekannteste archäologische Fundstätte Argentiniens) und El Remate (Wasserfall) besucht. Abgesehen von unserem durchgeknallten Hostelbesitzer, der Odysee von einer kaputten Waschmaschine und nach Rauch riechender Kleidung hatten wir eine wunderschöne Zeit. Der Norden gefällt mir dennoch immer besser. Am Bahnhof haben wir dann auch Pedro und Claudia getroffen, mit denen wir dann zusammen nach Cafayate gereist sind.

Cafayate

Wir haben die Region Salta erreicht. Nicht nur, aber auch durch den Tourismus begründet, ist Cafayate eine recht schnell wachsende Kleinstadt, die aber vor allem auch durch 360 Sonnentage im Jahr punkten kann (zumindest bei Menschen, die lieber in der Sonne als im Regen tanzen). Neben dem Tourismus, ist der Weinanbau der wichtigste Wirtschaftszweig. Durchaus auch zwei Dinge, die sich miteinander koppeln lassen 🙂

Wir haben mit unser größer gewordenen Gruppe die Quebrada de las Conchas (Schlucht der Muscheln) bereist. Wer kein Auto hat oder unbedingt auf eigene Faust losziehen möchte, dem sei ein Guide ans Herz gelegt, der uns nicht nur sicher durch die Landschaften geführt hat, sondern auch noch einige interessante Fakten mitgegeben hat. Auf einer Länge von 75 km wechseln sich die Schluchten und Gebirge ab, unter anderem auch die mehrfarbigen Sandsteinfelsen.

Ein anderes spannendes Highlight meiner Reise war die Wanderung zu den sieben Wasserfällen (Cascadas del Río Colorado). Waren wir anfangs nicht so ganz von der Notwendigkeit eines Guides und seinen Preisen überzeugt, so waren wir nach rund vier Stunden über Stock und Stein aber definitiv überglücklich mit xx. Ohne ihn hätten wir garantiert nicht alle 7 Wasserfälle gesehen und er war blitzschnell zur Stelle, wenn wir nicht weiter wussten. Teilweise mussten wir uns an extrem engen Felswänden entlanghangeln, klettern oder den Bach immer wieder überqueren. Es ist einer meiner schönsten, aber auch schwersten Wanderungen gewesen. Ein defintiv unvergessliches Erlebnis.

Cachi

Der kleine und romantische Ort selber, ist nett zum Anschauen und Erkunden, aber wer nach großen Attraktionen sucht, sollte hier kein Bett oder Zimmer reservieren. Wer aber von Cafayate oder Salta Richtung Cachi reist, sollte sich viel Zeit nehmen. Auf dem ganzen Weg laden Aussichtspunkte zum Anhalten, Essen, Fotografieren oder Entspannen ein. Wir sind morgens von Salta aus gestartet und erst spät am Abend wieder zurückgekehrt. Nicht ohne auf dem Rückweg den unglaublichen Sternenhimmer bei eisiger Kälte zu bestaunen. Leider verfügte keiner von uns über eine so gute Kamera um es auch für die Ewigkeit festzuhalten – manche Dinge sind eben nicht für Ewigkeit gemacht und sind dennoch im Herzen fest verankert.

Salta

Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz ist die achtgrößte Stadt Argentiniens. Vor allem die Architektur der Stadt lädt zum Bummeln durch die Gassen ein. Zentraler Punkt ist der Plaza 9 De Julio, von wo aus die kostenlosen (natürlich gibt man Trinkgeld 🙂 ) Stadtbesichtungstouren beginnen und enden. Wo immer es möglich ist, nehme ich solche Möglichkeiten mit, denn noch nie habe ich nichts nützliches oder wichtiges von einer solchen Tour mitgenommen. Salta hat unzählige Kirchen und auch in der Region ist der meist katholische Glaube ein wichtiger Halt für die Bewohner, die meisten gehen mindestens einmal in der Woche in eine der Kirchen. Ganz anders als in den anderen Regionen Argentiniens, wo Religion zwar wichtig, aber gerade bei jüngeren Argentiniern nicht mehr stark gelebt wird.

Einen schönen Überblick über die Stadt hat man von dem Cerro San Bernardo, den man über die Seilbahnoder einen ca. 70 minütigen Wanderweg erreicht.

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